BannerbildBannerbildBannerbildBannerbild

Entdecken lassen

Ausprobieren dürfen

Selber machen

Slogan

 

Brief an die Mitarbeitenden und Eltern - Beginn der 4. Welle

09. 11. 2021

 Liebe Mitarbeitenden, werte Eltern,

 

leider hat sich die Hoffnung, solche Briefe nicht mehr an Sie richten zu müssen, mit den Entwicklungen der letzten Woche zerschlagen.

 

Mit großer Wucht hat uns die 4. Welle in einigen Regionen, in denen wir Einrichtungen betreiben getroffen. Dazu zählen insbesondere der Landkreis Elbe-Elster und Chemnitz. Auch in anderen Landkreisen und in einzelnen Berliner Einrichtungen treten wieder vermehrt Verdachtsfälle auf.

 

Aktuelle Situation

In allen Regionen wird weiterhin am Regelbetrieb in den Kindertageseinrichtungen festgehalten.

 

Wir müssen leider erkennen, dass die zuständigen Behörden und Gesundheitsämter regional sehr unterschiedlich handeln.

 

In einer Einrichtung in Chemnitz wurde nach Bekanntwerden eines Infektionsgeschehens eine „Isolationsgruppe“ innerhalb der Kita installiert. Diese Gruppe wird von festen – idealerweise geimpften Fachkräften – betreut und soll den Kontakt zu anderen Kindern und Fachkräften meiden. Alle Beteiligten werden täglich getestet. Eltern erhalten den Test für ihre Kinder über die Kita.

 

Im Hochinzidenzgebiet Elbe-Elster haben die Ämter die Kontaktnachverfolgung eingestellt. Es werden hier nur noch PCR-positiv bestätigte Fälle (Indexfälle) unter Quarantäne gestellt. Alle anderen dürfen bzw. müssen weitermachen wie bisher. Von unserer Seite können wir Sie nur noch über positiv bestätigte Fälle informieren und werden die Betreuung der Kinder bestmöglich umsetzen. Wir befürchten jedoch, dass sich die ohnehin angespannte Personalsituation weiter verschärfen könnte und wir dann gezwungen sind Gruppen zusammenzulegen oder Angebote zu reduzieren.

 

Das örtliche Gesundheitsamt in der Region Elbe-Elster empfiehlt den Familien nun selbst die Verantwortung für den Schutz der Angehörigen zu übernehmen, da ansonsten die Kitas in der gesamten Infektionssaison geschlossen bleiben müssten.
 

„Das Infektionsgeschehen bewegt sich derzeit im Wesentlichen innerhalb der ungeimpften Bevölkerungsgruppe. Dem Risiko, dass Kinder die Infektion in ihre Familien weitertragen, wird am besten begegnet, wenn die erwachsenen Familienangehörigen geimpft sind. Soweit ein Impfschutz besteht, verlaufen Infektionen in der Regel ohne schwere Komplikationen. Zudem sind, wie auch bei anderen Krankheiten (z.B. grippalen Infekten), grundlegende Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen zu beachten. In erster Linie gehört dazu, dass Kinder oder auch Erwachsene mit Krankheitssymptomen eben nicht in Kontakt zu anderen treten, im Zweifel den Arzt aufsuchen und ihre Erkrankung auskurieren. Um das Risiko zu minimieren, dass etwaige Infektionen auf Menschen mit hohem Erkrankungsrisiko ausgebreitet werden, wird dringend empfohlen, dass sich sämtliche Familienangehörigen vor Kontakten mit z. B. Großeltern in hohem Alter oder mit Menschen mit Vorerkrankungen testen. Selbsttests sind derzeit problemlos im Handel zu beziehen.“ Niederlausizz Aktuell (5.11.2021)

 

In Berlin beobachten wir glücklicherweise noch keine Häufung von Verdachtsfällen, jedoch treten in einer Einrichtung vermehrt falsch-positive Schnelltests auf, die viel Aufwand in der Umsetzung präventiver Maßnahmen nach sich ziehen.

 

Es ist nachvollziehbar, dass bei einigen Familien und auch Mitarbeitenden das Verständnis für Schutzmaßnahmen zunehmend reduziert ist und damit auch Potential für Konflikte in den Einrichtungen entsteht. Wir werden abwägen müssen zwischen dem Schutz der Familien, den Sie – wie o.g. aller Wahrscheinlichkeit zunehmend selbst verantworten müssen - und einem bestmöglichen Betreuungsbetrieb.

 

Wir werden weiterhin versuchen die pädagogischen Inhalte und Schwerpunkte, die geplanten Feste und Aktivitäten zu ermöglichen. Das ist sowohl abhängig von der jeweiligen Anzahl an geimpften Fachkräften in den Teams, als auch von organisatorischen Möglichkeiten, die den Infektionsschutz bei Veranstaltungen berücksichtigen (Aktivitäten im Außenbereich, Sicherung von Abständen, Maskenpflicht, Nachweise usw.).

 

Ausflüge müssen im Team ggf. von anderen Fachkräften übernommen werden, wenn die zuständigen Fachkräfte nicht geimpft sind und damit keinen Zutritt in Veranstaltungsräume haben.

 

Ein generelles Verbot von Festen und Ausflügen möchte ich mit Rücksicht auf den Bedarf der Kinder so lang wie möglich vermeiden. Deshalb werden in einigen Kitas Dinge möglich sein, die in anderen nicht umsetzbar sind. Ein Vergleich unter den Einrichtungen ist deshalb ungeeignet.

 

Obwohl die Personalausstattung in den meisten Einrichtungen „auf dem Papier“ den notwendigen Personalvorgaben entspricht, erleben wir und damit auch Sie, dass wir einen hohen Stand an Kurzzeiterkrankungen – teilweise auch daraus resultierenden Langzeiterkrankungen zu verzeichnen haben und damit schon vor dieser 4. Welle mit Einschränkungen von Angeboten arbeiten mussten. Weitere Einschränkungen können nicht ausgeschlossen werden. Zumal auch die Impfquote unter den Fachkräften sehr unterschiedlich ausfällt.

 

Mir ist bewusst, dass die Geduld und das Verständnis für Appelle bereits sehr strapaziert wurde. Leider können wir nur erneut im Rahmen unserer Möglichkeiten handeln. Im Fokus steht es – scheinbar auch politisch gewollt – die Schließung von Gruppen und Einrichtungen so lange wie möglich zu vermeiden. Deshalb brauchen wir Konzepte, wie wir mit der Gefahr des Virus umgehen können, ohne an den Bedingungen zu scheitern.

 

Tests sind eine wichtige Maßnahme, die wir in den Einrichtungen auch weiterhin regelmäßig gewährleisten und ich kann nur an die Familien appellieren, die angebotenen kostenfreien Tests für Kinder verantwortungsvoll zu nutzen und das entsprechend zu bestätigen.

 

Alle nicht geimpften Mitarbeitenden kann ich nur dringend dazu auffordern, sich bei vertrauenswürdigen Quellen, wie dem RKI oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und bei ihrem Hausarzt über die Vorteile einer Impfung zu informieren und diese schnellstmöglich nachzuholen. Eine dritte Impfung nach 6 Monaten kann allen nur ausdrücklich empfohlen werden.

 

Mit einer Impfung schützt man sich und Andere. Eine Impfung für Kleinkinder gegen den Virus ist nicht vorhanden, daher ist eine Impfung als Teil des Gemeinschaftsschutzes immer sinnvoll, sicher und solidarisch.

 

Passen Sie gut auf sich auf, achten Sie auf die bekannten AHA-L-Regeln und bleiben Sie gesund!

 

Mit besten Grüßen,

Unterschrft

Mirjam Spitalsky Geschäftsführung bik e.V.