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UNSERE FAMILIENBRIEFE

Seit dem CORONA - Lockdown veröffentlichen wir regelmäßig unsere bik - Familienbriefe. Im folgenden finden Sie alle bisher erschienenen Elternbriefe als pdf - Dokument zum Download. Zu jedem Elternbrief gehört ein Kinderbrief, den Sie auf den Kinderseiten dieses BLOGs herunterladen können.

Den jeweils aktuellen Elternbrief können Sie hier direkt im Anschluss lesen. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!

 

Wir freuen uns über Feedback, Anregungen und Kritik! Schreiben Sie uns eine Mail an:

 

Das Redaktionsteam: Christiane Weigel (Fachberatung), Ursula Trüper & Ulrike Marte (zusätzl. Fachkräte)

Die BIK-Familienbriefe sind ein Projekt im Rahmen des Bundesprogramms "Sprach-Kitas"

 

 

 

12. Elternbrief: NEULAND

 

 

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Im Neuland

Berlin, 02.11.2020

 

Liebe Familien,

 

als Thema des 12. Familienbriefes haben wir uns Ende August nach vielem Hin und Her für den Begriff „Neuland“ entschieden. Natürlich hat dieser Titel auch mit Corona zu tun. Wie könnte es anders sein im Herbst 2020? Genossen wir im August noch die relative Entspannung der Sommermonate, so ist die Situation nun schon wieder eine völlig andere.

Neuland begegnet uns überall: auf (Entdeckungs-) Reisen, auf der Flucht, in spannenden Büchern, mit neuen Menschen oder auch an vertrauten Orten. Neuland bedeutet den Verlust des Vertrauten, kann Angst machen und verunsichern. Neuland bietet aber auch Entdeckungsraum, fordert uns heraus, lässt uns wachsen und nach Lösungen suchen.

Je mehr wir uns damit beschäftigten, umso klarer wurde uns, wie sehr dieser Begriff den Alltag unserer Kinder beschreibt. Was wir als Erwachsene durch Corona verstärkt erleben - ständig neue Regelungen, neue Anforderungen, veränderte Bedingungen und die Anpassung daran (mal kreativ, mal verbissen) – ist die Normalität von Kindern beim Größerwerden: Heute noch gekrabbelt, stehe ich morgen und laufe übermorgen auf meinen wackeligen Beinen durch die Welt. Heute staune ich über das freundliche Gesicht meines Papas, das völlig unerwartet über mir auftaucht, morgen kann ich Geräusche machen und dafür sorgen, dass er wieder kommt und übermorgen rufe ich einfach „Papa, tomm mal!“ und schon ist er da. Gestern durfte ich noch mit den Fingern Essen in den Mund stopfen und alle waren begeistert, heute drückt man mir einen Löffel in die Hand und ist wenig amüsiert, wenn ich ihn immer wieder auf den Boden fallen lasse und morgen bekomme ich einen strengen Blick, wenn ich mit den Fingern nachhelfe. Neue Gefahren kommen hinzu: Erst laufe ich nicht mehr an der Hand, dann lerne ich anzuhalten, wenn ein Bordstein kommt und schließlich flitze ich mit dem Laufrad weit voraus. Und Verluste und Verzicht habe ich gelernt: Papa wohnt jetzt nicht mehr bei uns. Oma, sagen sie, ist im Himmel. Und unser Zuhause ist jetzt Berlin - die Reise war weit, aber wir sind angekommen.

Kinder passen sich ständig an: neue Bedingungen, neue Fähigkeiten, neue Menschen, neues Land... Wie gelingt es unseren Kinder (und uns) unter ständig neuen Veränderungen und Bedingungen den Mut nicht zu verlieren und weiter neugierig zu erforschen, wie die Welt, der Alltag und unser Miteinander gut gelingen können? Ein paar Ideen und Anregungen finden sich nachfolgend, Spiele, und Bastelideen im zugehörigen Kinderbrief.

Viel Spaß beim Stöbern!

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

 

Mirjam Spitalsky                           Annika Pöhnisch, Cornelia Windt und Christiane Weigel

Geschäftsführung                                                                     Fachberatungen            

 

Die BIK-Familienbriefe sind ein Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Sprach-Kitas.

Redaktion: Christiane Weigel (Fachberatung), Ursula Trüper & Ulrike Marte (zusätzl. Fachkräfte)

 

Resilienz oder: was braucht ein Mensch im Neuland?

 

Was ist es, was unsere Kinder befähigt, sich immer wieder erfolgreich an neue Bedingungen anzupassen, die Lust am Ausprobieren und Lernen zu bewahren und auch bei Rückschlägen nicht aufzugeben?

Der Neurobiologe Gerald Hüther würde sagen, dass wir als Menschen mit einem Programm ausgestattet sind, welches uns genau dies ermöglicht. Wir sind neugierig, lernfähig und sozial. Wir bringen alles mit, um in einer sich ständig wandelnden Welt bestehen zu können. Aber wir sind verletzlich und brauchen günstige Umweltbedingungen, um unsere Potentiale zu entfalten. Leider gibt es in unserer Umwelt zahllose Risikofaktoren, die eine gesunde und erfolgreiche Entwicklung behindern können.

In der Forschung wurde viel darüber spekuliert, warum und wie belastende Umweltfaktoren unsere Entwicklung stören können. Führt eine „schwere Kindheit“ automatisch zu einem schweren Leben? Ein Zusammenhang scheint offensichtlich: wer als Kind unter besonderen Belastungen leidet, in widrigen Bedingungen aufwächst oder schwere Krisen meistern muss, ist häufig psychisch labiler und anfälliger für Krankheit und Misserfolg.

 

Jedoch nicht immer – dies zeigen Forschungen im Bereich der Resilienz oder Widerstandsfähigkeit. Resilienz ist laut wissenschaftlicher Definition die Fähigkeit, seine psychische Gesundheit während Widrigkeiten aufrechtzuerhalten oder danach schnell wiederherzustellen (Geo Wissen – Lebenskrisen überwinden). Noch wird daran geforscht, wie genau diese Fähigkeit aussieht und ob es dafür auch genetische Faktoren gibt. Die älteste Studie zum Thema Resilienz ist die Langzeitstudie von Emmi Werner et al. (2008). Dort wurde die Entwicklung eines ganzen Jahrgangs (1955) von Kindern auf einer Insel Hawaiis begleitet. Untersucht wurde die Auswirkung von Risikofaktoren und ungünstiger Lebensumstände auf die spätere körperliche, kognitive und psychische Entwicklung der Personen. Ein Drittel der Probanden lebte mit hohen Risikobelastungen wie chronischer Armut, psychischen Erkrankungen der Eltern oder familiärer Disharmonie. Ein Drittel dieser Risikogruppe wiederum entwickelte sich trotz hoher Risikobelastung sehr gut. Die Probanden, welche ein solches „resilientes“ Verhalten aufwiesen, konnten zum Beispiel Beziehungen eingehen, hatten eine optimistische Lebenseinstellung und fanden eine Arbeit, die sie erfüllte.

 

Was unterschied diese resiliente Gruppe nun von den anderen Kindern? In den Biografien dieser Kinder fand man einige wiederkehrende Faktoren:

  • eine stabile emotionale Bezugsperson,
  • einen starken Familienzusammenhalt oder ein soziales Netzwerk,
  • höhere Schulbildung,
  • hohe Sozialkompetenz,
  • einen Zugang zur eigenen Gefühlswelt
  • eine positive Selbstwirksamkeitserwartung.

Seitdem wurde viel geforscht zum Thema Resilienz. Die Schutzfaktoren können immer genauer benannt werden und zwei Punkte scheinen zentral: Das Vorhandensein einer verlässlichen Bindungsperson für unsere Kinder sowie die Möglichkeit, sich selbst als wirksamen Menschen zu erleben. Ob mit Maria Montessoris „Hilf mir es selbst zu tun“ oder dem bik e.V. - Credo vom „Entdecken lassen – Ausprobieren dürfen – Selber machen“: Wenn wir unseren Kindern etwas zutrauen, ihnen auch mal etwas zumuten, sie aber dabei nicht alleine lassen, sondern gut begleiten, lernen sie „Selbstwirksamkeit“. Diese beiden Faktoren können also zum Rüstzeug werden, das uns dabei hilft Krisen und Herausforderungen unbeschadet zu meistern.

 

Der Kinderarzt und Buchautor Hermann Renz-Polster nennt dieses Rüstzeug in einem Interview eine „innere Heimat.“ Nur wer in sich ein Gefühl von Heimat findet, kann sich auch im unbekannten Land den neuen Herausforderungen stellen. Wir alle, und Kinder ganz besonders, brauchen laut dem Kinderarzt Antworten auf die drei folgenden Fragen, um diese innere Heimat in uns zu entwickeln:

 

Bin ich sicher? Passt jemand auf, damit ich nicht in Not gerate? Bin ich für diese Person wichtig und lässt sie sich auf mich ein?

Bin ich okay? Darf ich so sein wie ich bin oder muss ich den Vorstellungen anderer entsprechen? Werde ich mit meinen Bedürfnissen und Gefühlen gesehen? Darf ich eigene Lösungen finden und werden diese auch akzeptiert?

Gehöre ich dazu? Spiele ich eine Rolle für die Anderen? Kann ich in meiner Bezugsgruppe (Familie, Kitagruppe, Wohngemeinschaft) etwas bewirken? Sind wir miteinander verbunden?

 

Und was empfiehlt er uns Erwachsenen, damit wir unseren Kindern diese Antworten immer wieder geben können und ihnen unterstützende „Heimatgeber“  sind?

 

Kurz zusammengefasst nennt er folgende Leitplanken:

  • Wir müssen nicht perfekt sein.
  • Statt auf Fehlerfreiheit sollten wir auf gute Beziehungen zueinander und in unseren sozialen Netzwerken (Freunde, Familie, andere Gemeinschaften) achten.
  • Wir sollten gut für uns sorgen und ggf. auch Hilfe annehmen und Unterstützung zulassen.
    (Kinder können auch zu mehr als einer Person eine tiefe Bindung aufbauen. Es müssen nicht immer die Eltern sein.)
  • Auch wir Erwachsenen sollten uns Erfahrungen von Selbstwirksamkeit verschaffen, um Kindern das Gefühl von „Wir schaffen das!“ glaubwürdig vermitteln zu können.
  • Unsere Kindern sollten wir so oft wie möglich ihre Wirksamkeit erleben und erproben lassen. (Jedes Kind kann das alleine tun, was es alleine tun kann.)

 

Natürlich gibt es auch Kinder und Erwachsene, die dieses Gefühl von innerer Sicherheit nicht erleben durften und damit verletzlicher und weniger krisenfest durchs Leben gehen. Wie kann es ihnen gelingen, ihre Resilienz auszubauen und zuversichtlich zu bleiben in schwierigen Phasen?

 

Der Psychiater Dr. Christian Peter Dogs erklärt in einem Beitrag zu Resilienz im Planet Wissen, dass es auch Erwachsenen gut tut, sich Aufgaben zu stellen, die herausfordern, aber trotzdem gut gemeistert werden können. Ob wir dazu in den Hochseilgarten gehen, einen unangenehmen Anruf erledigen oder mit dem Meditieren beginnen, ist dabei letztlich egal. Es geht um das menschliche Bedürfnis der Sinnhaftigkeit. Wenn es erfüllt ist, fühlen wir uns zufrieden und orientiert auf unserem Weg. Selbst wenn wir als Kind nur wenige Erfahrungen im Bereich der Selbstwirksamkeit hatten, können wir sie durch solche Aufgaben und Erlebnisse später noch stärken. 

 

Er benennt auch ein realistisches Selbstbild und einen guten Zugang zu den eigenen Gefühlen als wichtige Schutzfaktoren. Wenn es schwer ist und wir Angst um unsere Existenz haben, dann dürfen wir uns auch ängstlich und mutlos fühlen. Wenn wir diese Gefühle spüren und vielleicht auch mit jemandem teilen, macht uns das letztlich widerstandsfähiger und wir gewinnen trotz aller Schwierigkeiten unsere Zuversicht zurück.

 

Und wie gelingt uns dies in Bezug auf  Corona und die damit verbundenen Krisen?

Viele Familien fühlen sich momentan nicht sicher oder gut beschützt. Viele fühlen sich nicht gesehen in ihrer individuellen Belastung oder verlieren das Gefühl von Zugehörigkeit. Wie resilient wir angesichts dieser konkreten Krise als Gesellschaft, als Land, Kontinent und Welt sind wird sich erst noch zeigen. Sicherlich werden viele aus dieser Krise beschädigt hervorgehen und einen langen Weg der Heilung und Rekonvaleszenz brauchen. Eine gesellschaftliche Erfahrung, welche diese Krise uns starken westlichen Nationen verschafft, ist die Erfahrung der Verletzlichkeit und damit vielleicht ein realistischeres Selbstbild.

 

Als Gesellschaft und als Erwachsene tragen wir selbst die Verantwortung dafür, wie gut wir unsere Verletzungen pflegen und wie wir Zuversicht zurückgewinnen. Anders ist die Situation bei unseren Kindern. Sie sind von uns abhängig und brauchen Erwachsene, die sich in der Verantwortung für sie sehen. Wir gestalten als Eltern und professionell Erziehende das tägliche Zusammenleben und als Gesellschaft die Rahmenbedingungen dafür. Lassen wir uns von der Resilienzforschung inspirieren und bewahren unsere Kinder vor Erfahrungen der Ohnmacht, des Verlassenseins und der Hilflosigkeit.

 

AUS DER PRAXIS

Hämmernder Junge

‚Nikis Reise‘ – ein Spiel- und Theaterprojekt in der Kita Entdeckerland

 

Eine „Neuland“ - Geschichte hat die Gruppe 4 der Kita Entdeckerland in Lichtenberg erfunden, gespielt und als Bilderbuch gestaltet. Die zusätzliche Fachkraft im Bundesprogramm Sprach-Kitas Jana Oppermann hat mit der Erzieherin Louisa und den 14 Kindern dieses Projekt angestoßen, über mehrere Wochen begleitet und zu einem wunderschönen Ende gebracht.

 

 

Die Gruppe hat sich eine herbstwinterliche Geschichte zum Igelmädchen Niki ausgedacht. Seit in ihrem Wald eine Straße gebaut wurde, ist es dort laut und ungemütlich. Daher macht sich Niki auf den Weg ein neues Zuhause zu finden. Sie überwindet dabei viele Gefahren (die Straße überqueren, dem Fuchs entkommen), holt sich immer wieder Hilfe (bei den Kindern der Gruppe) und verliert den Mut nicht, obwohl sie manchmal traurig und ängstlich ist.

Die Kinder haben die Stationen der Igelin in kleinen Theaterspielsequenzen selbst erlebt, eigene Bilder zu dieser Geschichte gestaltet und immer wieder erzählt und beratschlagt, wie die Geschichte weitergehen soll. Am Ende der Geschichte stellte die Gruppe 4 für Niki im Garten der Kita ein Igelhaus auf – gemeinsam und selbst zusammen genagelt.

 

Nikis Reise ist die Geschichte einer Suche, von Abschied und Gefahr und vom Ankommen an einem neuen Ort. Mich hat es sehr berührt, als ich im Garten beobachten durfte, wie Fatima – selbst ein Kind mit Fluchthintergrund – jüngeren Kindern einer anderen Gruppe genau berichtete, was es mit dem Igelhaus auf sich hat:

„Das ist das Haus von einem Igel, ein Igelhaus. Wir haben des gebaut! Niki hatte kein Haus mehr und wir haben ihr geholfen. Vielleicht zieht hier wirklich ein Igel ein – ein Kuscheltier oder ein ganz echter? Ihr könnt Blätter hinlegen, dann kann der Igel sich da was Gemütliches bauen.“

 

Dieses Projekt bot den Kindern jede Menge Sprachförderung und eine Erfahrung von Wirksamkeit für die ganze Gruppe. Die mit den selbst gemalten Bildern gestalteten Bilderbücher sind noch immer hoch im Kurs und werden sicherlich auch daheim gerne gezeigt. Die Geschichte wurde bisher ins Englische und Arabische übersetzt und den mehrsprachigen Kindern mit ins Buch gepackt. Die Übersetzung nach Sorani (kurdischer Dialekt, der im Iran und Irak gesprochen und geschrieben wird) ist noch in Arbeit.

Bücherkreis
corona

 

 

Corona – Gespräche mit Kitakindern

 

Im Montessori-Kinderhaus Reinickendorf, eine unserer „Sprach-Kitas“ im Berliner Verbund vom Träger Unionhilfswerk, hat die zusätzliche Fachkraft im Bundesprogramm Sprach-Kitas Britta Bracher-Klucke nach einer Fortbildung zum Thema „Umgang mit Corona“ ein Corona-Stofftier genäht und ist mit diesem „Virus zum Anfassen“ mit den Kindern ins Gespräch gekommen. In den Wochen nach dem ersten Lockdown haben die Kinder über das Erlebte nachgedacht und sich ihre eigenen Gedanken zur Pandemie gemacht.

M.: „Corona ist schlimm und macht die Leute richtig schlimm krank. Ich finde es schlimm, dass die Leute nicht mehr so richtig leben. Und ich finde es doof, dass ich meine Oma und Opa nicht sehen kann – und meine Tante. Ich finde es richtig traurig. Ich finde es doof, dass Du die Menschen krank machst.“ Bumm. Mara nimmt den Corona und wirft ihn an die Wand.

So.: „Oh, das ist ja der Corona.“ Britta:  „Was muss man denn machen, damit der Corona nicht kommt?“ So.: „Muss man erst die Hände waschen, keinen Virus anfassen und eine Maske aufsetzen und einen Mundschutz. Wo ist denn dein Corona?“ Britta:  „Er sitzt auf meinem Sofa.“ So.: „Er ist doof, weil er uns krank macht. Er hat ganz viele Arme und Zähne. Du hast doch dein Kuscheltier dabei, oder Britta? Der ist lustig und lacht. Der hat eine Sommerpartymaske auf. Der rettet sich.“

Sa.: „Ich fand es schön, dass ich Corona nicht bekommen habe. Ich fand es gut, dass wir mit meiner Mama ein bisschen wach sein konnten. Ich war öfters länger wach.“ Britta: „Was habt ihr dann gemacht?“ Sa.: „Einen Kinoabend.“ Britta: „Was hat Dir in der Corona Zeit nicht so gut gefallen?“ Sa.: Dass ich nicht in die Kita durfte und nicht auf den Spielplatz.“

Britta: Was hat Dir in der Corona Zeit gut gefallen?“ J.: „Ich hab einen Stau gebaut.“ Britta:  „Mit was hast Du den Stau gebaut?“ J.: „Ein großes Müllauto. Orange. Die Türen können aufgehen. Es hat noch einen großen Container. Da können hinten die Türen aufgehen. (…) Wir sind zur Holzhütte gefahren im Wald. Und da gibt es Eis.“ Britta:  „Was hast Du gegessen?“ J.: „Ich hab zwei Wochen lang rundes Eis gegessen. Oben war was drauf, aber das hat mir nicht geschmeckt. Aber dann hab ich noch einmal ein anderes Eis gegessen.“ Britta: „Welches Eis hast Du gegessen?“ J.: „Das hat mir geschmeckt. Britta: „Was hat Dir in der Corona-Zeit nicht so gut gefallen?“ J.: „Beim Einkaufen musste ich eine Maske tragen.“ Britta:  „Wer hat dir die Maske gegeben?“ J.: „Mama hat sie gekauft. Es ist eine Feuerwehrmaske. Mit ganz vielen Feuerwehren und Straßen.“

Britta: „Warst Du bei Mama zuhause?“ K.: „Ja, gut.“ Britta:  „War alles gut?“ K.: „Ja. Alles gut.“ Britta:  „Schön, dass Du wieder da bist. Da kannst Du wieder mit den Kindern spielen.“

A.: „Ich fand schön, dass ich mit Mama und Papa sein konnte. Das Mama eine Schnorkel gekauft hat, wo man sich schnorkeln kann. (…) Wenn man sich alleine schnorkelt, dann funktioniert das. Und wenn Mama und Papa mich angeschupst haben, funktioniert es dann.“ Britta:  „Was hat Dir in der Corona-Zeit nicht so gut gefallen?“ A.: „Das M. nicht zu mir kommen konnte. Sie hat mir so einen Schleim gekauft. Das war pink, aber es war so an den Händen.“ Britta:  „Und was hat Dir nicht gefallen?“ A.: „Dass M. nicht bei mir übernachten durfte.“

T.: „Das ist nicht gut. Corona ist gar nicht gut.“ Britta: „Was  hast Du gespielt?“ T.: „Auf der Rutsche. Papa gesagt: Baby komm.“ Britta: „Was hast Du noch gemacht?“ T.: „Ich bin gleich fertig. Mit Mama und Papa Kuchen gebacken.“ Britta:  „Auf dem Spielplatz?“ T.: „Ja, mit Mama und Papa auf dem Spielplatz.“

P.: „Ich fand es nicht toll, dass Corona ein paar Menschen krank gemacht hat. Das hat mir echt nicht gefallen. Und ich finde es nicht toll, dass Corona manchmal auf der Pfütze ist. Aber wenn alles desinfiziert ist, kann ja Corona nicht kommen. Also Corona ist hier überall drauf. Die Bäume müssen auch desinfiziert werden.“ Britta: „Was hat Dir in der Zeit gut gefallen?“ P.: „Dass ich eine schöne Zeit mit Opa hatte, obwohl er krank ist. Und wir müssen uns um ihn kümmern. Obwohl ich 5 Jahre bin, kümmere ich mich sehr gut um meinen Opa. Und ich finde es blöd, dass ich noch nicht auf meinen Lieblingsspielplatz darf. Ich mag auch nicht, dass Corona auf Menschen kommt. Und ich finde es richtig blöd, dass die Menschen krank werden und sterben.“

E.: „Ich finde es nicht so gut, weil ich so lange nicht mehr in der Kita bin und ich kann nicht Mara sehen.  Aber zum Glück habe ich meine Freundin getroffen. Sie heißt Sara. Und es hat sich gefühlt, als ob nicht Corona wäre. Wir waren auf dem Trampolin.“

K.: „Mir ist nicht so gut gefallen, dass ich immer Masken aufsetzten musste.“ Britta:  „Wo musstest Du denn eine Maske aufsetzten?“ K.: „Im Bus und im Laden.“ Britta:  „Und was hat Dir gut gefallen?“ K.: „Mir hat es gefallen, dass ich mit den Kindern im Kindergarten auf den Spielplatz durfte.“ Britta: „Fällt Dir noch etwas ein?“ K.: „Dass ich draußen spielen durfte.“

E.: „Ich fand es nicht gut, dass ich meine Freunde nicht besuchen durfte.“ Britta:  „Und was hat Dir noch nicht gefallen?“ E.: „Dass Corona da war. Heute ist der Corona noch da, aber nicht so dolle. Aron hat mich besucht. Das fand ich gut. Corona ist eigentlich rot. Ich fand gut, dass ich zuhause mit Mama und Papa spielen konnte.“

Britta: „Was hat Dir gefallen oder nicht gefallen in der Corona - Zeit?“ M.: „Ich nicht gut, weil ich Grab.“ Britta: „Was für ein Grab?“ M.: „Ich weiß es nicht.“ Britta: „Was hast Du mit Mama und Papa gemacht?“ M.: „Gymnastik.“ Britta:  „Mit Musik?“ M.: „Ja.“

 

Buchtipps

Leo Lionni: Frederick. Beltz Verlag. 13,95 €.

Eine kleine Resilienz-Geschichte von fünf kleinen Mäusen: Vier Mäuse sammeln ganz emsig Vorräte für den Winter: Nüsse, Beeren und Körner. Nur Frederick sammelt scheinbar nicht mit. Er sitzt nur da und  sammelt Sonnenstrahlen, Farben und Wörter und wird von den andern Mäusen zunächst mit Misstrauen beäugt. Doch als alles Vorräte aufgegessen sind und die hungrigen Mäuse frierend zusammensitzen, wärmt Frederick sie mit den Sonnenstrahlen, den Farben und einem Gedicht. So macht er ihnen wieder Hoffnung und Mut und alle fünf kommen gut durch den harten Winter. Ab 2 Jahren.

 

Frederick

Suzanne und Max Lang: Jim ist mies drauf. Loewe-Verlag, 12, 95 €

Jim ist mies drauf: Die Sonne scheint zu hell, der Himmel strahlt zu blau und die Bananen schmecken zu süß!
Jeder hat mal schlechte Laune – und manchmal lässt man die an seinen Freunden aus, obwohl man das gar nicht möchte. So geht es auch dem Affen Jim in diesem Bilderbuch, der lernt, dass man Emotionen nicht unterdrücken sollte. Man darf so sein, wie man ist und Gefühle sind manchmal einfach da und dürfen auch da sein. Ab 5 Jahren und für Erwachsene.

Jim ist mies drauf

 Shaun Tan: Ein neues Land. Carlsen –Verlag. 19,90 €.

Was bringt eine Menschen dazu alles zurückzulassen, um eine Reise in ein unbekanntes, fernes Land anzutreten, hin zu einem Ort ohne Familie und Freunde, wo alles namenlos und die Zukunft unbekannt ist? Diese Graphic Novel ist die Geschichte eines jeden Migranten, eines jeden Flüchtlings, eines jeden heimatlosen Menschen und Hommage an alle, die eben diese Reise angetreten haben. Der australische Autor und Illustrator Shaun Tan hat mit "Ein neues Land" eine Geschichte geschaffen, die ohne Worte auskommt, in der wir in die Rolle des Emigranten schlüpfen, der seine Familie verlässt, um sich in der Fremde ein neues Leben aufzubauen. Ohne Worte und Erklärungen ist man den fantastisch anmutenden Zeichnungen ausgeliefert. Ab 14 Jahren (!!!)

Ein neues Land

Aktuelles

aus dem Berliner Institut für Kleinkindpädagogik