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Aus der Praxis

DIALOGE MIT KINDERN

Dialoge anregen mit Geschichtensäckchen

Text von Pia Hausmann, zusätzliche Fachkraft im Bundesprogramm "Sprach-Kitas" in der Kita Kinderland, Berlin Friedrichshain


Für Dialoge mit Kindern eignen sich auch „Geschichtensäckchen“. Es sollte allerdings keine vorgegebene Geschichte im Säckchen oder in den Köpfen der Erwachsenen sein! Um in den Dialog zu kommen, bedarf es erstmal Fragen an geeigneter Stelle und Phantasie auf beiden Seiten. Die erwachsene Person muss zuhören können, auf eine belehrende Rolle verzichten und bereit sein, sich vom Kind beeinflussen zu lassen. Das Kind muss sich sicher fühlen und angenommen in allen Ideen.

Vorbereitung:

Man packt die verrücktesten Dinge in ein Säckchen für eine Geschichte.

Beispiel: ein Fell, ein Glitzerstein, ein Gummi-Igel, ein Plastik-Männchen, 2 Tannenzapfen, ein Pflaster

Ins Gespräch kommen:
Alle Gegenstände werden ausgepackt und liegen sichtbar auf dem Tisch. Der Erwachsene beginnt mit einem Gegenstand und lockt das Kind mit Fragen. Die Antworten und Ideen der Kinder lenken den weiteren Gesprächsverlauf. Impulse durch die erwachsene Person können den Prozess lenken.

Beispiel: Man beginnt mit: „Der Igel lag auf einem Fell und schlief. Was passierte denn dann?“ Oft antworten die Kinder schon mit: „Er hat einen Schatz gefunden (Glitzerstein).“ Daraus ergeben sich Gespräche wie: „Hast Du auch einen Schatz?“ „Was ist Dir wichtig“? oder „Ich glaube MEIN Schatz bist du!“ (usw.) Weiter geht es vielleicht mit: „Was passiert dann?“ Kind: „Der Mann hat den Schatz geklaut und den Igel getötet“! Das muss man aushalten und auch daraus können sich Gesprächsthemen ergeben! Dann kann man die Geschichte vorsichtig umlenken: „Zum Glück ist der Igel nicht gestorben! Er war nur verletzt und fand zum Glück ein Pflaster. Hat Dir auch schon mal etwas sehr wehgetan?“ (etc.)

Themen gezielt „anspielen“
Wer es sich zutraut, kann mit ausgewählten Gegenständen zu gezielten Themen (z.B. Ängste) mit Kindern ins Gespräch kommen. Man sollte aber unbedingt akzeptieren, wenn das Kind nicht darüber sprechen möchte oder sich “andere“ Lösungen überlegt. Man muss nicht zu einem Ergebnis kommen, sondern bestenfalls kommt man in einen kindgerechten Dialog!

 

Handpuppen als Gesprächspartner

Text: Pia Hausmann, zFK

 

Für Dialoge mit Kindern eignen sich auch Handpuppen. Im Dialog mit ihnen drücken viele Kinder gern Erlebnisse, Bedürfnisse, Konflikte und Erfahrungen aus. Die Handpuppe öffnet spielerisch Zugänge, die Erwachsenen verschlossen bleiben können. Schüchterne Kinder kommen mit ihnen oft leichter ins Gespräch als mit Erwachsenen. Manchmal vertrauen sie ihnen sogar Dinge an, die sie Erwachsenen nicht sagen können oder wollen. So erzählte ein Kind einer Handpuppe, warum es ein Pflaster auf der Stirn hatte und dem zuerst fragenden Erwachsenen, der die Handpuppe bediente, nicht! Auch hat die Handpuppe mehr Freiheiten und muss sich nicht wie ein Erwachsener verhalten. Ohne zu lügen kann sie nach Herzenslust von Pflastern und Unfällen berichten, “die ihr schon passiert sind“! Sie ist Erwachsener und Kind zugleich, macht Fehler und ist vernünftig.

Kinder identifizieren sich emotional mit Handpuppen. Zu beachten ist jedoch, dass Handpuppen bei kleineren Kindern manchmal auch Angst auslösen. In der Sprachförderung eingesetzt helfen Handpuppen den Kindern, Hemmungen zu überwinden und motivieren sie zum freien Sprechen. Bedienen die Kinder selbst eine Handpuppe, so ist es sogar schon passiert, dass die Handpuppe stotternder Kinder nicht gestottert hat!

 

Bau einer Sockenpuppe

Text: Pia Hausmann, zFK

 

Man braucht: eine alte Lieblingssocke, Knöpfe für die Augen und für die Nase vielleicht eine Perle, eine Paillette oder Nussschale! Für den Körper helfen Fellreste, Federn, Deko. Für die Haare können z.B. Wollreste, Tücher, etc. benutzt werden.

Wenn ich es eilig habe, klebe ich die Sachen dorthin, wo die Kinder es mir zeigen! Das ist aber nicht ganz so gut, wenn man die Handpuppe waschen will. Schöner, aber aufwendiger ist es, zu nähen! Da lernen die Kinder etwas, können den Faden abschneiden oder es sogar selbst probieren! Die Kinder entscheiden bei ihrer Handpuppe, wo sie die Nase aufgenäht haben wollen. Es ist egal, ob wir denken „Das ist doch zu hoch“ oder „ Für die Augen muss man doch zwei gleiche Knöpfe haben“!

Bespielt wird die „Socke“ dann, indem man den Daumen in der Ferse hat! Dann kann die Socken-puppe auch den Mund auf und zu machen! Man kann sie auch mit Zähnen und Zunge versehen.
 

Bei dieser Sockenpuppe sollte die Zunge aber bei der Nase sein!

 

Dialoge mit ganz jungen Kindern in der Kita. Zwei Erzieher*innen des bik e.V. im Interview

Das Interview führte Ursula Trüper, zusätzliche FK im Bundesprogramm Sprach Kitas in der Kita Krokofant in Berlin Lichtenberg.

 

UT (Sprachfachkraft): Die Kinder in euren Gruppen sind ein Jahr in der Kita und 1,5 bis 2,5 Jahre alt, d.h. sie beginnen gerade mit dem Sprechen. Wie es ist, mit diesen Kindern in den Dialog zu gehen?

E (Erzieherin): Wenn ich noch etwas fremd bin für das Kind oder es noch nicht richtig mit mir sprechen kann, geh ich erstmal auf Augenhöhe - mit ein bisschen Abstand. Dann versuche ich es über Fragen, Mimik oder Gestik und erzähle einfach. Wenn es erstmal nicht reagiert, dann ist das eben so. Wenn zum Beispiel ein Kind früh kommt und weint, aber noch nicht sagen kann, was es für Kummer hat, dann rede ich mit dem Kind: Bist du traurig? Möchtest du lieber bei Mama bleiben? Es war so schön bei Mama oder? Manchmal nicken sie dann auch mit dem Kopf. Dabei streichle ich dann ein bisschen über den Rücken, wenn sie zeigen, dass sie diesen Körperkontakt auch möchten. Ein Junge aus meiner Gruppe lehnt sich gleich an und braucht die Kuscheleinheit. Dann kriegt er die auch.

P (Erzieherin): Das sind ja oft keine Dialoge im herkömmlichen Sinne, also sprachlich. Sondern dass man, wie eben gesagt, die Körpersprache oder emotionale Signale des Kindes als Aufhänger nimmt. Zum Beispiel ein Junge aus meiner Gruppe schläft direkt neben einer Tonne in unserem Raum, in die wir die Kuscheltiere einräumen. Eines Tages nach dem Aufstehen nahm er den Frosch, den er zum Kuscheln hatte, sagte „Quak, quak“ und räumte ihn in die Tonne. Das war das erste Mal, dass er mit mir sprach. Das heißt aber nicht, dass wir bis dahin keine Dialoge hatten. Es ist ja ein gegenseitiges Verstehen - das geht auch nonverbal. Ich hab gesagt: „Ja, der Frosch hat bei dir geschlafen und jetzt geht er zu seinen Freunden kuscheln.“ Da strahlte er mich an und wusste, dass ich ihn verstanden hab. So laufen die ersten Dialoge. Die anderen Kinder beobachten das natürlich. Je mehr sie merken, dass wir versuchen, sie zu verstehen, desto mehr haben sie selber Lust zu sprechen.

UT: Macht ihr das auch - dialogisches Vorlesen?

E: Ja, auf jeden Fall. Beispielsweise hatte ich vor kurzem etwas über Autos vorgelesen und da sagte ein Mädchen: „Papa auch Auto“. Ich bin darauf eingegangen: „Ach, bist du heute Morgen mit dem Papa gefahren?“ Und sie hat gesagt: „Nein. Mama!“

P: Man kommt oft über ein Bild im Buch auf ein Erlebnis, das die Kinder damit verbinden. Und dann ergeben sich auch manchmal Dialoge, wenn Kinder Erlebnisse mitteilen und wir diese dann sprachlich widerspiegeln. Oft muss man sich seinen Teil dazu zusammenreimen. Das äußern wir dann als Vermutung, und wenn wir richtig geraten haben, freuen sich die Kinder. Es ist immer schön, wenn man merkt: Ah, jetzt habe ich das Richtige getroffen. Oft sieht man an der Mimik des Kindes, dass es sich verstanden fühlt. Ansonsten äußert man weitere Vermutungen. Das sind die Anfänge. So werden Kinder ermutigt, sich zu äußern.

E: Wir haben auch Kinder, die sich nicht nur mit uns, sondern auch schon miteinander unterhalten. Die bereits miteinander spielen und nicht nur nebeneinander. Beispielsweise haben zwei Kinder ein Fahrzeug, fahren aufeinander zu und eines sagt: „Auto.“ Und das andere: „Auch Auto fahren.“ Für mich ist es immer toll, zu sehen, wie sich diese ersten Anfänge entwickeln.

 

Dialogische Buchbetrachtung

Text von Ulrike Marte, zusätzliche Fachkraft im Bundesprogramm Sprach-Kitas in der Kita Entdeckerland in Berlin Lichtenberg

 

Bücher faszinieren die meisten Kinder. Anfangs noch als Gegenstand, den sie in den Händen der „Großen“ sehen und erforschen wollen. Bald werden aber auch die Inhalte spannend und wir treten in erste kleine Dialoge: Das Kind schaut ein Bild von einem Schaf an und wir kommentieren: „Bähhhh – ein Schaf!“. Wenig später erkennt das Kind an anderer Stelle auch das Schaf, kommentiert mit „Bähhh!“ und sucht den Blickkontakt, um sich zu vergewissern, ob wir das auch so sehen. Mit der Zeit werden die Bücher komplexer, der Wortschatz wächst und die Kinder können längeren Textpassagen immer besser folgen. Dennoch ist ein Dialog rund um die Geschichte im Buch oft anregender als das reine Vorlesen. Während das Kind beim klassischen Vorlesen reiner Zuhörer ist, kommt es beim „Dialogischen Buchbetrachten“ auf den Austausch und die Interaktion zwischen den Beteiligten an und das Buch wird zum Anlass für unterschiedlichste Gespräche. Und so gelingt Ihnen das ganz leicht:

  • Wählen Sie ein Buch aus, dessen Inhalt gut durch die Abbildungen dargestellt wird.

  • Schauen Sie gemeinsam mit dem Kind / den Kindern die Bilder an und entdecken Sie gemeinsam die Atmosphäre, Personen, Gegenstände und Geschehnisse. Lassen Sie sich durch diese zu Gesprächen inspirieren! Es ist okay, wenn sich Ihr Gespräch von der eigentlichen Geschichte des Buchs entfernt!
  • Geben Sie immer wieder Impulse für ein Gespräch zur Geschichte / zu den Abbildungen:
    • Stellen Sie offene Fragen: „Warum hat die wohl so einen großen Hunger?“
    • Fragen Sie nach logischen Zusammenhängen: „Warum sind die denn eigentlich ins Auto gestiegen“?
    • Kommentieren Sie die Bilder: „Huu, da ist es aber ganz schön dunkel!“
    • Stellen Sie Unsinnsfragen oder vermuten Sie Unmögliches: „Und jetzt frisst die Maus gleich den Elefanten auf oder?“
  • Werden Sie nicht Alleinunterhalter*in:
    • Lassen Sie dem Kind Zeit und Raum für eigene Antworten und Ideen.
    • Greifen Sie die Impulse des Kindes auf. Oft entdecken die Kinder Details auf den Bildern oder machen sich ihre ganz eigenen Gedanken zu den Abbildungen. Kommen Sie auch darüber ins Gespräch!
    • Haben Sie gemeinsam Freude und seien Sie gemeinsam neugierig. Das Abfragen von Wissen hat wenig mit einem echten Gespräch zu tun!
  • Lassen Sie auch mal eine Handpuppe Fragen zur Geschichte stellen oder die Geschichte mitspielen. Wenn Sie keine Handpuppe haben, bauen Sie einfach eine Sockenpuppe!
  • Machen Sie es spannend: Blättern Sie mal ganz langsam um, rufen erschrocken oder ängstlich, wenn die Geschichte spannend wird oder fragen Sie vor dem nächsten Umblättern, wie es wohl weitergehen wird.

 

 

VORSCHULE, VORSCHULPUBERTÄT UND SCHUL(HOF)REIFE

Vorschul-Erfahrungen in der Kita Entdeckerland in Berlin Lichtenberg

Ulrike Marte, zFK, hat Erzieher*innen der Kita Entdeckerland in Berlin Lichtenberg gefragt: „Was haben die Kinder in deiner Gruppe heute gemacht oder erlebt, von dem du denkst, dass es sie auf die Lebensphase „Schule“ vorbereitet?“

Tony: Ich habe mich heute mit M. (4 Jahre) über unsere Kürbispflanzen unterhalten. Sie hatte die Idee, Kürbisse zu malen und sich überlegt, dass Kürbisse in der Natur ja erst grün sind und dann orange werden. Gemeinsam haben wir nachgedacht, welche Farben man brauchen würde für ein Kürbisbild. Wir haben im Gruppenraum nur Grundfarben und M. war sich ganz sicher, dass wir aus Gelb und Rot die Farbe Orange mischen können!
Und warum ist das „Vorschule“?  Sie konnte mir ihre Idee super mitteilen, hatte eine klare Vorstellung, wie sie ihr Ziel (das Kürbisbild) erreichen kann und hat diese Idee ganz alleine entwickelt, geplant und sprachlich prima ausgedrückt. Außerdem weiß sie schon ziemlich gut über Kürbisse  und Farben Bescheid – das ist doch super für die Schule.

Josi: Meine Kinder kommen diesen Sommer zum größten Teil in die Schule. Im Morgenkreis haben wir uns heute mit einem Duftmemory  beschäftigt. Sie konnten nicht jeden Duft benennen – Lavendel war für einige schwer. Viele Düfte haben sie aber super erkannt. Wir hatten viel Spaß und haben uns gegenseitig gut zugehört. Jede/r konnte  seine Idee mitteilen.

Und warum ist das „Vorschule“? Für manche war das einfach Wortschatzerweiterung mit allen Sinnen – den Lavendel riechen, das Wort lernen und vielleicht nachher im Garten noch die Pflanze angucken. Und natürlich haben sie - wie in der Schule - lange still gesessen, konzentriert und aufmerksam zugehört, vor einer  Gruppe gesprochen. Ich glaube, meine Großen machen das prima, wenn es im August losgeht!

Stefanie K: Ich habe die Zwei -und Dreijährigen in meiner Gruppe. Unser Thema heute und die gesamte Kita-Zeit über ist Selbstständigkeit! Unsere Kinder können frei wählen, was sie essen und trinken möchten. Zu den Mahlzeiten können sie selbst entscheiden, was auf ihren Teller kommt und sich das auch selbst auftun. Auf unseren Tischen stehen immer kleine Kannen mit Wasser / Tee. Unsere Kinder können wählen, was sie trinken möchten und sich alleine eingießen. Jedes Kind ist auch für sein Geschirr verantwortlich und räumt dieses alleine weg.
Und warum ist das „Vorschule“?  Durch das Einbeziehen und Mitbestimmen der Kinder stärken wir ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstständigkeit. Das ist sehr wichtig für die Schule und das spätere Leben.

Sven: Ich bin heute auch bei den Zweijährigen. Ich finde, das Anziehen geht schon voll in Richtung Selbständigkeit. Die meisten Kinder schaffen es prima, sich Hausschuhe und Socken selbst auszuziehen. Bei Kleidungsstücken, die schwieriger sind – wie Hosen oder Pullis – unterstützen wir noch. Die Kinder helfen aber schon gut mit und wollen das alleine hinbekommen.  Wollen wir rausgehen, kann ich sie einzeln losschicken, z.B. ihre Schuhe oder Jacke aus der Garderobe holen. Das verstehen sie und finden auch meistens die eigenen Sachen!

Und warum ist das „Vorschule“?  Wenn ich an den Sportunterricht denke oder an die Hofpause: Die Kinder schaffen das An- und Ausziehen gut alleine und können die Zeit zum Spielen und Bewegen nutzen. Und zu wissen, welche Schuhe ihnen gehören, ist auch nicht verkehrt…

Steffi Gl: Unsere Kinder sind zwischen 1,5 und 2 Jahren. Heute waren wir im Garten und sie durften Fahrzeuge aus dem Schuppen benutzen. Dabei konnte ich beobachten, wie sie immer besser aushalten, wenn sie nicht gleich dran sind. Natürlich gibt es auch Konflikte und wir helfen beim Lösen. Oft gelingt es ihnen aber schon prima sich alleine durchzusetzen oder mal zurückzustecken. Ich habe wirklich gestaunt, was sich da im ersten Kitajahr schon getan hat.

Und warum ist das „Vorschule“?  Ich denke da zuerst an den Schulhof – da ist auch nicht immer für jeden ein Ball oder Fahrzeug da. Auch im Klassenzimmer muss man abwarten können oder für die eigenen Wünsche eintreten. Das erprobt man hier im kleinen Kitagarten im geschützten Rahmen und kann daran wachsen.

Steffi G.: Bei uns wurde heute viel gepuzzelt. Der kleine L. (2,5) hat sich ganz intensiv mit einem Steckpuzzle beschäftigt und dann, mit etwas Unterstützung, an ein Puzzle mit 12 und später sogar 15 Teilen getraut. Die Größeren (3,5-4) machen das auch sehr gerne. Manche schaffen das schon richtig schnell und präzise. Die kennen unsere vielen Puzzles fast schon auswendig!

Und warum ist das „Vorschule“?  Bei L. konnte man erkennen, wie er die Teile anfangs noch in jedem Loch ausprobiert hat und dann immer sicherer wurde. Die letzten Stücke hat er schon unterwegs zum  passenden Loch richtig gedreht und dann sind die reingeflutscht. Beim Puzzlebild hat er sich genau das Bild angeschaut und daran orientiert. Das braucht er später beim Lesen und Schreiben: einzelne Buchstaben erkennen, beim Schreiben in die richtige Richtung drehen – d und b sehen sich schließlich sehr ähnlich! Er übt räumliche Orientierung, Feinmotorik, Konzentration. Außerdem hat er Freude und lernt dabei – das ist doch die beste Vorbereitung!

Iraides:  Wir haben heute zu einem Buch gemalt, das ich gestern vorgelesen hatte. Es ging um Freundschaft,  Ablehnung und seine Bedürfnisse zu äußern. Wir haben gestern viel darüber gesprochen. Heute war ich gespannt, was die Kinder davon malen. Viele haben die Hauptpersonen gemalt, einige wussten noch alle Namen und konnten sich prima an die Geschichte erinnern. Ein Junge hat mir einen anderen Namen für das Krokodil genannt. Als ein anderes Kind ihn korrigierte, meinte er ganz cool: „Na das ist der Freund von dem. Der sieht ihm ähnlich, heißt aber Kroko, nicht Kevin“.

Und warum ist das „Vorschule“? Zum einen haben die Kinder bei der Geschichte aufmerksam zugehört und sich konzentriert. Heute wurde klar, dass sie sich auch viel gemerkt haben und mir in ihren Worten davon erzählen konnten. Das ist ganz wichtig für die Schule. Und auch das Thema der Geschichte war angekommen:  Auch wenn man mal abgelehnt wird, ist man richtig und wichtig. Niemand ist falsch oder gehört nicht dazu. Die Kinder haben die Gefühle der beiden Tiere sehr berührt. Ich glaube, das stärkt ihr Selbstbewusstsein und macht sie stark für Schule und Schulhof. Und J. hat mir gezeigt, dass er kreativ mit eigenen „Fehlern“ umgehen kann.

 

Corona-Schliesszeit in unseren Kitas

 

Eingangstür Kita Entdeckerland
Steinschlange
Steine

Corona-Schließzeit in der Kita Entdeckerland in Berlin Karow

 

Wir haben in der Corona-Schließzeit auf verschiedene Weise mit den Eltern und Kindern Zuhause Kontakt aufgenommen.

 

An unserer Kita-Tür hängen immer aktuelle Botschaften für die Familien. So konnten diese in den ersten Wochen lesen: „Wir vermissen Euch!“ Inzwischen hängen dort auch Briefe und Bilder, die die Kinder uns zugesendet haben.

 

Ebenso im Eingangsbereich schlängelt sich unsere Steinschlange auf einer kleinen Mauer, die jeden Tag ein wenig länger wird. Viele Kinder haben die abgelegten Steine nicht nur liebevoll gestaltet, sondern auch Botschaften an uns darauf geschrieben.

 

Zweimal haben wir die Kinder Zuhause besucht, um Ihnen persönlich „Hallo“ zu sagen und unsere „Aktionskörbe“ vorbeizubringen. Beim ersten Mal haben wir Frühlingskörbe verteilt. Alle Kinder, die in diesem Jahr in die Schule kommen, haben von uns individuell zusammengestellte Schultüten bekommen. Außerdem haben wir ein Kita-Lied aufgenommen und allen Familien per Mail gesendet: das Lied vom Regenbogen. Der Text vom Lied steht zurzeit auch an unserer Tür.

 

Beim zweiten Besuch in der vergangenen Woche haben wir den Kindern, Samen für eine Sonnenblume, Pflanzerde und einen Topf mitgebracht. Denn mit den Kindern in der Notbetreuung haben wir zur gleichen Zeit begonnen im Kita-Garten Sonnenblumen zu pflanzen. Dies können die Kinder Zuhause auch machen und wenn sie wieder in die Kita zurückkommen, bringen sie ihre Pflanze hoffentlich mit, so dass sie zu den anderen Sonnenblumen in die Kita umziehen darf.

 

 

Bild Eingangstür
Sonnenblumenpflanzen
Blumenbeet

Kinder aus der Kita Kinderland in Berlin Friedrichshain über die Corona-Schliesszeit

 

Befragt von Pia Hausmann, zFK

 

Was hat Dir zu Hause besonders gut gefallen?

 

Was hat Dir gar nicht gefallen?

 

Mit Papa zu spielen und in den Eisladen gehen.

Regen und Donner.

 

Mein neues Malbuch auszumalen.

 

Mama wollte nicht mit mir spielen

 

Aus dem Fenster zu schauen.

 

Alleine spielen. Mama und Papa mussten arbeiten, aber ich hab das oft verstanden.

 

Alles war toll!

 

Gar nichts war doof.

 

Süßigkeiten essen und Filme schauen.

 

Dass Menschen sterben.

 

Steine für die Schlange bemalen.

 

Dass Mama so viel schimpfen musste.

 

Ich hatte erwachsene Aufgaben in der Kita.

 

Dass alle Spielplätze zu waren.

 

Lego und mit Papa spielen.

 

Meine Schwester spielt nicht mit mir.

 

Dass ich Apps machen durfte, Rechner und Fernsehen. Und mit meiner Freundin gespielt.

 

Meine Freundin wollte immer nur liebe Sachen spielen und ich aber böse und gemeine!

 

Ich durfte Hörspiele und Videos!

 

Dass ich mich manchmal alleine beschäftigen musste.

 

Lego! Videos! Mit Papa Quatsch machen.

 

Mein Bruder hat mich immer geärgert.

 

Spielen mit meinen schönen Spielsachen und in den Park gehen.

 

Streit mit Papa und meiner Schwester und Corona ist auch doof, weil ich nicht zu Oma und Opa darf!

 

Mit Mama zu spielen.

 

Die ganze Zeit zu Hause zu bleiben.

 

Ich konnte immer ausschlafen!

 

Ich durfte keine Freunde sehen.

 

Mit meinem kleinen Bruder spielen.

Keine Freunde durften zu mir.

 

Ich durfte ein bisschen Fernsehen schauen.

 

Irgendwann war mir langweilig.

 

Dass meine Eltern das Hochbett aufgebaut haben!

 

Dass meine Eltern mich immer früh geweckt haben, obwohl ich ausschlafen wollte.

 

Ich hatte öfters Medienzeit!

Nicht zu Freunden und in die Kita.

 

Ich durfte Filme schauen!

 

Immer wieder Fahrrad-Touren!

 

 

 

 

Zaun Kita Entdeckerland
Kinderbilder am Kita-Zaun
Eltern beim Betrachten der Kinderbilder am Kita-Zaun

Doreen Mahs, Erzieherin der Kita Entdeckerland in Berlin Friedrichshain, über die Begleitung ihrer Vorschulgruppe in der Corona-Schliesszeit

Wir hatten in den ersten Wochen der Notbetreuung kaum Kinder, weshalb ein Großteil der Erzieher*innen schon bald tageweise im Homeoffice war. Ich habe mich gleich am 2. Schließtag an eine Mutter gewendet, weil mich beschäftigt hat, wie ich mit den Kindern in Verbindung bleiben und auch die Eltern zuhause unterstützen kann. Da entstand die Idee, mich per Video an die Kinder zu wenden und den Eltern damit zumindest 30 - 60 Minuten Freiraum am Tag zu verschaffen. Ich hab mir also ein Youtube- Konto eingerichtet und gelernt, wie man Filme hochlädt und bearbeitet. Und das ist jetzt das Medium, das ich den Eltern und Kindern anbiete: 30-60 min täglich lese ich in meinen Videos vor, mache Angebote wie Experimente etc. Dazu gibt es manchmal per Mail Arbeitsblätter zum Ausschneiden und Bearbeiten für die Kinder. Beispielsweise habe ich 18 Videos mit Rätselgeschichten gemacht, bei denen die Kinder einen Weg aus einem Wasserlabyrinth finden mussten. Die Eltern erzählten mir, dass die Kinder immer ganz gespannt waren auf die nächste Folge. Ein Video war zum Thema „Schleifen binden“ als kleine Herausforderung für die Kinder, eine Serie zum Thema Frühblüher. Ich versuche auch auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen: herausfordernde Rechenaufgaben für die Mathe-Profis, für andere Malen nach Zahlen oder andere Vorschulaufgaben. Mit den Eltern stehe ich täglich in Mailkontakt und bekomme viele Fotos und Bilder zurück. Daraus erstelle ich für jedes Kind ein Portfolio zur Corona-Schließzeit, damit sie später sehen können, dass auch in dieser Zeit viel passiert ist und sie gelernt und sich entwickelt haben.

Mithilfe einer Freundin bekam jedes Kind meiner Gruppe eine persönliche Geschichte im Video. Jedes Kind sollte ein Tier und einen Ort nennen, zu dem meine Freundin die jeweilige Geschichte erfand. Diese habe ich dann jedem Kind in einem Video vorgelesen. Das fanden die Kinder toll! Das positive Feedback von den Eltern und Kindern macht natürlich auch was mit mir und motiviert mich, immer weiter zu machen und neue Ideen zu entwickeln.

An Ostern habe ich für jedes Kind Osterkörbchen versteckt und die Familien dann zu verschiedenen Zeiten herbestellt, damit sie ihr Körbchen suchen konnten.

Außerdem biete ich den Eltern und Kindern zuhause Telefonsprechzeiten während der Schlafwache an. Sie melden sich regelmäßig und inzwischen spreche ich auch viel mit den Kindern am Telefon. Zuerst war da eine gewisse Hemmschwelle übers Telefon zu kommunizieren, aber sie haben sich daran gewöhnt und es ist viel lockerer und entspannter geworden. Da kann ich auch fühlen und spüren, dass es allen gut geht. Ohne Zweifel fehlen ihnen ihre Freunde, das kann auch Videotelefonie nicht ersetzen. Die Kinder fragen mich auch oft, wann die Kita wieder aufmacht.

Wir hoffen natürlich inständig, dass wir uns alle nochmal sehen, bevor für meine Kinder die Schule losgeht. Das ist auch eine große Sorge der Eltern, dass es keinen richtigen Abschied gibt und den Kindern der Übergang von der Kita in die Schule durch Corona genommen wird. Aber es heißt ja eigentlich, dass die Vorschulkinder zuerst wieder Zugang zu Kita-Betreuung bekommen.

Wir werden sie dann alle in Ruhe ankommen und erzählen lassen und versuchen, ihnen durch möglichst viel Struktur Halt zu geben in der Kita. Jedes Kind soll ausreichend Gelegenheit bekommen zu sprechen und von seinen Erlebnissen zu erzählen. Ich werde erstmal keine Termine ansetzen, sondern mir Zeit nehmen, die Stimmung und Lage in der Gruppe genau wahrzunehmen und dann gemeinsam zu entwickeln, wo es hingeht, was die Kinder für Bedürfnisse haben. Das kann ich jetzt aus der Ferne noch nicht einschätzen, wo jedes einzelne Kind dann steht.

Mir bereitet es im Moment noch Sorge, wie wir mit der Gruppengröße umgehen. Wenn wir wirklich nur 10 Kinder pro Gruppe betreuen dürfen, wie soll ich entscheiden, welche Kinder aufgeteilt werden und zu einer anderen Gruppe kommen? Ich kann mir das nicht vorstellen.

Inzwischen ist ein großer Schwung Kinder wieder da und alle Erzieher*innen werden wieder im Haus gebraucht, da wir in kleinen Gruppe betreuen müssen. Zuerst haben wir uns gefragt, wie das gehen soll mit dem Abstandhalten und waren natürlich teilweise auch in Sorge, was die Kinder an Viren mitbringen, da sie ja aus Familien kommen, die in Krankenhäusern, Arztpraxen usw. arbeiten. Ab dem Augenblick, wo die Kinder da waren, waren da aber sofort andere Gefühle. Die Kinder haben sich so gefreut, wieder hier zu sein und es war gleich so eine schöne Atmosphäre, dass wir das alles ganz schnell vergessen haben. Hier trägt niemand Mundschutz und wir sind relativ normal miteinander in Gemeinschaft. Natürlich haben wir jetzt nicht gerade Kuschelmodus, aber wir spielen zusammen Tischspiele usw. und sitzen dabei nicht meterweit voneinander entfernt. Das ist mit kleinen Kindern einfach nicht praktikabel. Ich erlebe es gerade sehr entspannt. Die Eltern sind unglaublich dankbar, dass sie ihre Kinder hier abgeben können und fühlen sich und ihre Kinder gut aufgehoben.

Auch die Kinder sind entspannt, weil es nur sehr wenige sind und jede*r dadurch gut wahrgenommen, auf jedes Wort und jede Regung sofort reagiert wird und niemand sich zurücknehmen muss. Ich erlebe zum Beispiel ein sonst sehr leises Kind, das auch sprachlich unsicher ist, jetzt auf einmal mitteilsam und ganz offen. Das Kind wird sonst im Alltag einfach von den anderen überrollt.

Aber natürlich wird es für mich schwieriger, den Kontakt mit den Kindern zuhause zu halten. Das ist traurig, denn aus meiner Gruppe ist noch kein Kind wieder da. Ich weiß, dass viele Eltern ihre Kinder zuhause lassen, solange sie es irgendwie einrichten können, aus Solidarität und um uns in der Kita zu schützen. Darunter ist sogar eine Mutter, die Kinderärztin ist und trotzdem versucht, ihre Kinderbetreuung selbst zu organisieren. Umso mehr möchte ich natürlich für meine Familien zuhause da sein, aber wenn ich den gesamten Tag in der Notbetreuung gebraucht werde, bleibt da eigentlich kein Spielraum mehr.

Ich freu mich, wenn die Kinder wieder da und wir als Gruppe vereint sind.

Die Kinder haben mir ja viele Bilder zugesendet. Zuerst wollte ich daraus eine kleine Ausstellung in unserem Gruppenraum machen, aber je länger die Schließzeit dauerte, wusste ich, wir brauchen eine andere Lösung, damit alle Kinder sie sehen können. Deshalb hängen jetzt die Bilder der gesamten Kita laminiert am Gartenzaun und alle können sie bewundern. Ich sehe oft Familien davor stehen, manchmal nehmen die Eltern ihre Kinder huckepack, damit sie alles angucken und auch die Bilder ihrer Freunde entdecken können.

 

 

Petra Markraf, Erzieherin der Kita Entdeckerland in Berlin Friedrichshain, betreut normalerweise 12 Kinder im Alter von 4 - 5 Jahren gemeinsam mit einer Auszubildenden. Hier berichtet sie von ihrem Corona-Arbeitsalltag.

Ich hatte während der Corona-Schließzeit kontinuierlich Kontakt zu meinen Familien. Wir haben Briefe versendet, in denen die Kinder individuelle Aufgaben von uns erhalten haben. Es haben sich viele Familien zurückgemeldet und die Kinder haben Bilder gemalt, wo auch ich und meine Auszubildende drauf zu sehen waren. Man merkt schon, dass die Kinder uns und die Kita vermissen. Ich bin auch für ein Kind mit Integrationsstatus zuständig und zu dieser Familie halte ich besonders Kontakt. Ich habe mit vielen Familien telefoniert und meine Eltern wissen, dass ich auch jetzt in dieser Zeit für sie da bin.

 

Jetzt bereiten wir uns auf die neue Zeit vor. Wir glauben, dass die Kinder bald zurückkommen und freuen uns sehr auf sie. Wir haben ein Willkommensplakat vorbereitet, auf dem schon unsere Namen stehen. Jedes Kind, das wieder in der Kita ankommt, kann seinen Namen dazuschreiben, so dass die Kinder gleich sehen, wer schon da ist und auf wen sie sich noch freuen können. Außerdem haben wir für jedes Kind ein persönliches Willkommensgeschenk vorbereitet, dass hier auf sie wartet.

Weil es ja jetzt noch ein bisschen dauert, schicken wir noch einen weiteren Brief an die Eltern und an die Kinder zur Überbrückung. Wir wollen die Eltern auch nicht überlasten, denn sie haben mit Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung ja viel Stress. Deshalb werden wir den Kindern nur Aufgaben geben, die sie ohne Hilfe der Eltern erledigen können. Die Kinder sollen etwas malen, was sie glücklich macht. Anmerkung der Redaktion: Der Brief an die Kinder ist im Anschluss an diesen Text zu sehen.

 

Natürlich werden die Kinder aus verschiedenen Situationen zurückkehren. Manch einer findet das Ausschlafen und die Playstation vielleicht auch toller als in die Kita zurückzukehren. Darauf müssen wir dann individuell eingehen.

Auf jeden Fall werden wir am Anfang nur vertraute und bekannte Dinge machen, die die Kinder lieben. Im Morgenkreis singen wir unsere Lieblingslieder und spielen die Lieblingsspiele der Kinder. Wir fangen mit dem an, was sie besonders gut können. Sie sollen erstmal Erfolgserlebnisse haben und sich wohlfühlen. Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für ein neues Lied oder ein neues Fingerspiel.

Ich habe auch den Raum so vorbereitet, dass ihre Lieblingsspielsachen sofort greifbar sind und alles herausgesucht, woran die Kinder besonders viel Spaß hatten, wie zum Beispiel unser selbstgemachtes Memory und Puzzle mit Fotos der Kinder. Außerdem habe ich schon mal unser Beet bepflanzt mit den Pflanzen, die die Kinder besonders toll finden. Dann können sie direkt loslegen mit Gießen und Ernten.

Wir werden jedes Kind im Morgenkreis persönlich begrüßen und gut wahrnehmen, wie es den einzelnen Kindern geht. In Kleingruppen kann man dann auch mal genauer nachfragen, was das Kind erlebt hat, wie es sich fühlt und was es sich vielleicht von uns wünscht.

Wir haben auch vor viel mit dem Sprachlerntagebuch zu arbeiten. Die Kinder lieben das und beim Aufmalen, Aufschreiben und Einkleben können wir gut mit den Kindern reflektieren, was sie in den letzten Wochen erlebt haben.

Wir werden auch den Eltern anbieten unter Einhaltung der Abstandsregeln Gespräche zu führen, wo immer Bedarf ist.

In der zweiten Woche werden wir dann vielleicht auch vertiefende Gesprächskreise mit den Kindern machen, wo wir auch mal darüber sprechen, was vielleicht nicht so schön war, was die Kinder vermisst haben, was ihnen Angst gemacht hat. Wir schreiben dann auf, was die Kinder sagen, damit sie merken, dass wir ihnen zuhören und das wichtig finden, was sie sagen. Ich denke, viele Themen aus der Zeit werden wir erst nach und nach aufgreifen und besprechen können. Es war ja auch eine Zeit voller Angst für Erwachsene und Kinder.

 

In der Notbetreuung erlebe ich, dass die Kinder viel Spaß haben und die Freiheiten genießen, die sie jetzt in der leeren Kita haben. Wir tragen hier keinen Mundschutz, sondern achten nur darauf etwas Abstand einzuhalten und möglichst wenig Körperkontakt zu suchen. Aber wenn ein Kind freudig auf mich zu rennt und mich umarmt, dann lasse ich das auch zu.

Bei den Kleineren ist das natürlich nicht möglich Abstand zu halten oder Körperkontakt zu vermeiden. Und viele kleinere Kinder werden auch eine kleine zweite Eingewöhnung brauchen, wenn es wieder losgeht. Wir haben hier keine Kinder in der Notbetreuung aus problematischen Situationen zu Hause, aber in einer anderen Etage gibt es solche Fälle. Auf diese Kinder muss man sich natürlich richtig vorbereiten und sich Gedanken machen, welche Unterstützung gebraucht wird und viel mit den Eltern in Kontakt treten.

 

Wir können in der Kita im Moment wegen der Eindämmungsverordnung keine Dienstberatungen mit dem gesamten Team machen. Das wird wohl auch noch eine lange Zeit so bleiben. Aber wir besprechen uns in den Etagen und im Moment erarbeitet jede Gruppe für sich ein Konzept, wie sie ihre Kinder in den ersten Tagen und Wochen willkommen heißt. Das wird individuell sehr verschieden sein. Jede/r kennt ja auch seine Kinder am besten und weiß, was die brauchen. Natürlich unterstützen wir uns auch gegenseitig mit Ideen, denn das einsame Denken begrenzt einen ja auch ein bisschen.

 

Ich freue mich, wenn die Kinder endlich wieder kommen und wir hier zusammen spielen und lernen und Quatsch machen und halte meine Liebe für sie bereit.

Brief an die Kinder

Aktuelles

aus dem Berliner Institut für Kleinkindpädagogik